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Arbeitskollegen

Freunde, Familienangehörige, Kollegen und Vorgesetzte entwickeln zu einer alkoholabhängigen Person oft eine ganz besondere Beziehung. Interessanterweise spielt diese Verbundenheit, die man fachsprachlich mit Co-Abhängigkeit bezeichnet, ganz verhängnisvoll mit den Verhaltensweisen des Alkoholkranken zusammen.

Typischerweise durchlaufen Arbeitskollegen eines Alkoholkranken im Betrieb drei unterscheidbare Phasen der Co-Abhängigkeit:
die Beschützer- oder Erklärungsphase, in der „übersehen„,
   verharmlost, gedeckt und die notwendige Konfrontation
   einem Harmoniebedürfnis geopfert wird
die Kontrollphase, in der versucht wird über Kontrollen und
   Auflagen das Verhalten des Betroffenen zu beeinflussen und
   zu reglementieren. Jeglicher Konsum von Alkohol wird
   tabuisiert.
Schließlich brechen in der Anklagephase die lange
   aufgestaute Wut und der unterdrückte Ärger über den
   Abhängigen herein. Der Betroffene wird nicht selten zum
   Sündenbock für alle im Betrieb auftauchenden
   Schwierigkeiten gemacht.

Das Entscheidende bleibt:
In der ganzen Zeit wurde vom Betroffenen keine professionelle Hilfe in Anspruch genommen.

Co-Alkoholiker im Betrieb sind also jene Mitarbeiter, die es dem Abhängigen ermöglichen, gegenüber dem Vorgesetzten und anderen den Eindruck zu erwecken, den Dienstpflichten nachkommen zu können. Er handelt aus mangelnder Kenntnis um das Wesen der Alkoholabhängigkeit und in bester Absicht.

Der Co-Alkoholiker ist bereit, die Folgen Alkoholbedingten Verhaltens von Kollegen, Untergebenen und Vorgesetzten zu beseitigen, mit zu tragen und zu decken.

Betriebliche Co-Abhängigkeit bedeutet also: Suchtprobleme nicht ansprechen, sie zudecken, verharmlosen, „übersehen„.

Wichtig dagegen ist die Erzeugung von konstruktivem Leidensdruck:
einerseits dem Betroffenen seine Lage deutlich vor Augen
   führen, aber ihm auch Möglichkeiten aufzeigen, wie er etwas
   verändern kann und ihm Hilfen anbieten
andererseits konsequentes Verhalten, wenn er nicht bereit
   ist, diese Hilfe anzunehmen und etwas zu ändern.

Ziele sind:
Krankheitseinsicht fördern, Bereitschaft zur Behandlung wecken, Arbeitsplatz erhalten.

 Themenschwerpunkt:
 Alkohol am Arbeitsplatz
 ein Projekt der Region Brixen

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Dienst für Abhängigkeitserkrankungen

I-39042 Brixen
Dantestr. 26

Tel: 0472-835 695
Fax: 0472-833 518
E-mail: dfa@sb-brixen.it

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